Monatsthema Juli 2016 01.07.2016 – 31.07.2016

FREE LOVE SAFE RIDE

Sommerliebe, Verhütungsmittel, Intimpflege, Wenns juckt und brennt.

AUCH FRAGEN DIE NICHT DEM MONATSTHEMA ENTSPRECHEN DÜRFEN GESTELLT WERDEN. UNSERE FACHLEUTE SIND IN ALLEN LEBENSSITUATIONEN RUND UM EINE SEXUELLE GESUNDHEIT FÜR DICH DA.

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Dr. med. Barbara Hana Mozerov

von allcare, Fachärztin für Gynäkologie, Geburtshilfe FMH, Sexualtherapeutin und Paarcoach beantwortet deine Fragen zum Monatsthema „Free love save ride“.

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  1. Lady in blue

    vor 2 Jahren

    Hallo ich durfte den chat am open air lumnezia kennen lernen und finde es eine super sache. Hier meine frage: ich habe eine brust die voel grösser und anderst geformt ist als die andere. Ich habe mit meinem frauenarzt darüber gesprochen und ihm erzählt das ich darunter leide. Er hatte aber kein gehör dafür und hat das ganze bagatelisiert. Ich brauche extrem vertrauen bevor ich mit einem mann sex habe und ihm meine brüste zeige. Am liebsten lasse ich den bh beim sex an. Spontaner sex hatte ich aus diesem grund noch nie obwohl ich auch mal lust darauf habe. Ich dusche auch nicht gern an öffentlichen orten und verstecke meine brüste immer. Bikinis oder bh's zu kaufen ist auch nicht immer leicht. Ich bin da sehr heikel damit man blos nichts sieht. Übertreibe ich und viele frauen haben unterschiedliche brüste? Was kann ich machen?

    1. Fachperson

      Dr. med. Barbara Hana Mozerov

      vor 2 Jahren

      Liebe lady in blue
      Das ist eine Frage, die viele andere Frauen auch interessieren wird. Ich als Frauenärztin sehe ja jeden Tag sehr viele nackte Frauen und kann Dir versichern, dass bei den meisten Frauen die Brüste nicht gleich aussehen. Ich habe den Eindruck aus der Praxis, dass das ca. bei 7 von 8 Frauen der Fall ist. Wir sind ja nicht symmetrisch gebaut, zB. sind bei den meisten Menschen auch die beiden Gesichtshälften nicht gleich wie eben auch die Brüste. Während der Pubertät ist es sehr häufig, dass die Brüste sich nicht gleichzeitig entwickeln und eine Brust oft grösser ist als die andere. Bis zum Abschluss der Pubertät holt die zweite Brust meist im Wachstum auf. Deshalb sollte man grössenangleichende Operationen der Brust -die Möglichkeit gibt es - nie vor Abschluss der Pubertät machen. Du bist 22 Jahre alt, d.h. Deine Pubertät ist abgeschlossen und Deine Brüste werden sehr wahrscheinlich ungleich bleiben. Du schreibst nicht, seit wann Deine Brüste ungleich aussehen. Wenn Die Brüste schon seit der Brustentwicklung/Pubertät ungleich sind, ist das sicher nicht krankhaft. Vor allem , wenn sich nach der Pubertät eine Brust plötzlich verändert, grösser wird oder sich die Form verändert, kann da aber auch mal eine Neubildung von Gewebe im Sinn eines Tumors dahinter stecken. Aber Achtung, keine Panik: Tumor heisst nicht Krebs, sondern bezeichnet nur eine Neubildung von Gewebe, die da nicht hingehört. Bei der jungen Frau sind Tumoren der Brust fast immer gutartig. Du schreibst nicht, ob Dein Frauenarzt einen Brustultraschall gemacht hat um so einen Tumor als Ursache des Grössen-/Formunterschieds auszuschliessen. Das würde ich zu Deiner Beruhigung sicher machen.
      Zu Deiner Frage, wie Du mit Deinen ungleichen Brüsten umgehen könntest: Mich erinnert Deine Brust-Frage an eine Patientin aus meiner Sprechstunde, die sehr grosse kleine Schamlippen hat. Vielleicht hast Du auch schon davon gehört, dass es Frauen gibt, die aus kosmetischen Gründen Verkleinerungs-Operationen von subjektiv zu grossen kleinen Schamlippen machen lassen möchten. Ganz oft kommen solche Anfragen von besorgten Müttern, die sich im Namen Ihrer Töchter nach dieser OP erkundigen, vielleicht weil eher die Mutter und gar nicht die Tochter sich um die Schamlippengrösse des Mädels Gedanken macht. Aber wer bestimmt denn, wie klein kleine Schamlippen sein müssen? Eine Patientin aus meiner Sprechstunde hat zu dem Thema mal Ihre Sicht ganz klar dargestellt: „Ich habs echt gut mit meinen grossen, kleinen Schamlippen. Wenn beim Sex meine kleinen Schamlippen ein bisschen anschwellen (Bemerkung von mir: das tun die tatsächlich bei Erregung...), ist das bei mir so, als ob ich den Penis meines Freundes mit meinen Schamlippen noch zusätzlich von aussen fest umschliessen kann...das kann eine Durchschnittsfrau nicht anbieten.“ Diese Patientin hat das echt drauf mit dem „zu sich selber stehen können“...Wenn Du das so ähnlich hinbekommst, wäre das eine starke Antwort auf die Frage, wie Du jetzt am besten mit Deiner Brustfrage umgehen könntest. Wenn Du das selbstbewusst angehst, kann das sogar einen Reiz darstellen in gewissen Situationen mit Deinen ungleichen Brüsten sogar absichtlich ein bisschen zu provozieren... Mit dieser Lösung bleibst Du ohne OP-Risiko Du -so wie die Natur Dich gemacht hat.
      Die andere Variante ist eine grössenangleichende Brustoperation, wobei man entweder die grössere Brust verkleinern kann oder die kleinere mit einem Implantat vergrössern kann. Mit dem Risiko, dass Du vorher nicht weißt, was nach der OP rauskommen wird und, ob Dir Deine Brüste mit den OP-Narben nachher besser gefallen als vorher. Wenn Du Dich zu einer Brust-OP entscheidest, würde ich Dir empfehlen, die nur von einem erfahrenen Brustchirurgen durchführen zu lassen, der Dich vor der OP gut berät. Du solltest einerseits bei der Wahl des Operateurs Deinem Bauchgefühl folgen, andererseits aber auch nur zu jemandem gehen, der Dir am besten von der Frauenärztin empfohlen wird. Der Chirurg sollte am besten ein plastischer Chirurg mit Schwerpunkt Brustoperationen sein. Ich würde genau nachfragen, wie viele Brust-OPs der Arzt pro Jahr macht. Jemand der nur oder überwiegend Brust-OPs macht, hat sicher mehr Erfahrung und dann auch bessere kosmetische Ergebnisse als jemand, der „auch noch Brust-OPs“ macht. Ich würde auch nach Bildern von anderen Patientinnen fragen, die von demjenigen operiert wurden um so eine Vorstellung zu bekommen wie die Ergebnisse dieses Operateurs kosmetisch ausschauen. Operateure, die auf Brust-OPs spezialisert sind, machen sehr oft vorher-nachher-Fotos um ihre Ergebnisse zu dokumentieren. Bei einer Brustverkleinerung wird auch ein Teil der Brusthaut entfernt und die Brust dadurch gestrafft. Dann kann es im schlimmsten Fall sein, dass die nicht operierte, kleinere Brust nachher im Vergleich mit der operierten, vorher grösseren und dann gestrafften Brust etwas hängt und eine andere Form hat. Die Brüste sind dann zwar gleich gross sind, aber die eine hängt mehr als die andere (auch nicht schön...). Bei einer Brustvergrösserung mit einem Implantat können die Brüste nachher ca gleich gross sein, aber immer noch eine unterschiedliche Form haben. Zum Risiko des ungewissen kosmetischen Resultats kommen dann noch Risiken der OP selber (zB. Wundinfekte, Wundheilungsstörungen, Nachblutungen...) und das Narkoserisiko.
      Wenn Du Dich bei Deinem Frauenarzt nicht gut aufgehoben fühlst, geh zu einem anderen. Lass Dich gut beraten, bevor Du eine Entscheidung triffst. Ich finde die Variante zum eigenen Körper zu stehen immer besser als eine OP. Wenn Du sehr unter Deinen Brüsten leidest und der Chirurg gut ist, ist eine OP schon eine Möglichkeit, dann aber sicher eine Kostenfrage. Ob die Krankenkasse sich ev. an den OP-Kosten beteiligt, musst Du extra mit dem Chirurgen besprechen. Nur wenn ein echter Brusttumor vorliegt, zahlt die Krankenkasse sicher die Tumorentfernung.
      Ich hoffe, dass hilft Dir weiter,
      Liebe Grüsse,
      Barbara Hana Mozerov

  2. Figger

    vor 2 Jahren

    Wie kommt man darauf das der storch die kinder bringt

    1. Fachperson

      Dr. med. Barbara Hana Mozerov

      vor 2 Jahren

      Lieber Figger
      Das mit dem Storch und den Kindern ist so eine Sache...Vielen Generationen von Eltern hat der Storch auf jeden Fall schon erspart den Kindern genau erklären zu müssen, wo die Babys wirklich her kommen...Der Storch ist um dem Thema „Sex und Kinder-kriegen“ grossräumig auszuweichen für Eltern in Aufklärungsfragen noch viel geeigneter als das Modell mit den „Bienchen und den Blümchen“: Der Storch ist ein Zugvogel und kommt in unseren Breiten immer zusammen mit dem Frühling an. Der Storch sucht die Nähe der Menschen und bezieht jedes Jahr dasselbe Nest, oft auf einem Dach oder einem Schornstein, wo er dann seine Eier vor unserer Nase ausbrütet und seine Jungen gross zieht. Der Frühling -die fruchtbare Zeit im Jahr- bringt also den fruchtbaren Storch zu uns. Man weiss nicht (zumindest bevor man als Kind davon erfährt, dass der Storch ein Zugvogel ist, der meist in wärmeren Breiten überwintert), was der Storch den Rest des Jahres macht, wenn er seine Fruchtbarkeit nicht gerade vor unserer Nase zur Schau stellt. Der Storch ist deshalb irgendwie mystisch -genauso wie die Frage, wo die Babys wirklich herkommen. Jedenfalls nicht in sauberen Strampelhosen aus einem Tuch, dass ein unschuldiger Storch im Schnabel hatte, der zufällig bei Mama und Papa Halt gemacht hat um das neue Baby kinderfragen-sicher abzuliefern (...komisch, dass Mama davor einen Bauch hatte...) Ich glaube viel mehr gibt’s zu dem Thema nicht zu sagen. Ich kann Dir jedenfalls versichern, dass Ich als Frauenärztin noch in keiner einzigen Klinik einen Gebärsaal gesehen habe, wo nicht mindestens ein Storch irgendwo von der Decke hing. Also vielleicht ist da doch was dran an der Geschichte mit dem Storch und den Babys...
      Liebe Grüsse,
      Barbara Hana Mozerov

    2. Fachperson

      Dr. med. Barbara Hana Mozerov

      vor 2 Jahren

      Lieber Figger
      Das mit dem Storch und den Kindern ist so eine Sache...Vielen Generationen von Eltern hat der Storch auf jeden Fall schon erspart den Kindern genau erklären zu müssen, wo die Babys wirklich her kommen...Der Storch ist um dem Thema „Sex und Kinder-kriegen“ grossräumig auszuweichen für Eltern in Aufklärungsfragen noch viel geeigneter als das Modell mit den „Bienchen und den Blümchen“: Der Storch ist ein Zugvogel und kommt in unseren Breiten immer zusammen mit dem Frühling an. Der Storch sucht die Nähe der Menschen und bezieht jedes Jahr dasselbe Nest, oft auf einem Dach oder einem Schornstein, wo er dann seine Eier vor unserer Nase ausbrütet und seine Jungen gross zieht. Der Frühling -die fruchtbare Zeit im Jahr- bringt also den fruchtbaren Storch zu uns. Man weiss nicht (zumindest bevor man als Kind davon erfährt, dass der Storch ein Zugvogel ist, der meist in wärmeren Breiten überwintert), was der Storch den Rest des Jahres macht, wenn er seine Fruchtbarkeit nicht gerade vor unserer Nase zur Schau stellt. Der Storch ist deshalb irgendwie mystisch -genauso wie die Frage, wo die Babys wirklich herkommen. Jedenfalls nicht in sauberen Strampelhosen aus einem Tuch, dass ein unschuldiger Storch vorher im Schnabel hatte, der zufällig bei Mama und Papa Halt gemacht hat um das neue Baby kinderfragen-sicher abzuliefern (...komisch, dass Mama davor einen Bauch hatte...) Ich glaube viel mehr gibt’s zu dem Thema nicht zu sagen. Ich kann Dir jedenfalls versichern, dass Ich als Frauenärztin noch in keiner einzigen Klinik einen Gebärsaal gesehen habe, wo nicht mindestens ein Storch irgendwo von der Decke hing. Also vielleicht ist da doch was dran an der Geschichte mit dem Storch und den Babys...
      Liebe Grüsse,
      Barbara Hana Mozerov

  3. 6210

    vor 2 Jahren

    fo 1-10 wie gärn wördsch .mi?

    1. 6233

      vor 2 Jahren

      1

  4. Aba

    vor 2 Jahren

    Was kann man machen damit es der frau beim ersten mal nicht weh tut?

    1. Fachperson

      Dr. med. Barbara Hana Mozerov

      vor 2 Jahren

      Liebe Aba
      Ganz am Anfang das Wichtigste: „Das erste Mal“ muss nicht unbedingt wehtun. Ganz entscheidend ist, wie entspannt beide, also Du und Dein Partner an die Sache ran gehen. Zuerst mal was zur Anatomie: Das Jungfernhäutchen ist bei den meisten Frauen ein ringförmiges, relativ dünnes Häutchen am Eingang in die Vagina. Es kann beim ersten Sex einreissen, also durch das Einführen des Penis in die Vagina oder auch schon vorher, zB beim Tamponeinführen oder beim Petting. Es gibt auch Frauen, die das nicht mal bemerken. Das Einreissen des Jungfernhäutchens tut eben nicht unbedingt weh. Am wichtigsten ist, dass Du Dich mit Deinem Partner wohl fühlst, Ihr Euch gegenseitig vertraut und gut miteinander reden könnt. Nehmt Euch viel Zeit für einander und um Eure Körper gegenseitig kennenzulernen und rauszufinden, was Ihr mögt und was nicht. Wenn bei der Frau die Erregung stimmt, wird die Scheide feucht (Lubrikation), was die Penetration (Eindringen in die Vagina) erleichtert. Wenn Du Dich mit Deinem Partner wohl fühlst, ist auch Dein Beckenboden entspannt. Mehr Infos zum Thema Beckenboden und Lubrikation findest Du in meiner Antwort an Olle im Chat. Beide Faktoren, also die ausreichende Lubrikation und ein entspannter Beckenboden tragen sehr dazu bei, dass „das erste Mal“ und auch alle Male danach für Dich als Frau schön werden können. Was Du konkret tun kannst: Alle Faktoren ausschalten, die Dich bei Deinem ersten Mal stressen könnten: Dich selber noch mal fragen, ob Dein Partner wirklich „der Richtige“ für Dein erstes Mal ist, also ob Du ihm vertraust und Dich mit ihm wohl fühlst. Das Thema Verhütung vorher zu besprechen und schon vor dem ersten Mal zB. mit einer Pille anzufangen (Verschreibung von Deiner Frauenärztin), nimmt Euch beiden die Angst vor einer unerwünschten Schwangerschaft. Ein Kondom bietet zusätzlich Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Ausserdem hilft es Dir sicher, wenn ihr schon Petting-Erfahrung (küssen, streicheln ...) miteinander habt und Ihr Eure Körper schon gegenseitig kennengelernt habt. Gleitgel kann auch -zusätzlich zur Lubrikation- das Eindringen in die Vagina erleichtern. Deinem Beckenboden kannst Du bewusst helfen sich zu entspannen, indem Du ein paar Mal tief in den Bauch atmest. Nehmt Euch viel Zeit miteinander und schaut, dass Ihr ungestört seid. Vereinbart vorher miteinander, dass Du Deinem Partner sofort Bescheid gibst, wenn etwas für Dich nicht stimmt...
      Es kommt übrigens nur sehr, sehr selten vor, dass das Junfernhäutchen nicht einfach so einreisst, weil es von der Form oder der Dicke her speziell aufgebaut ist. Wenn eine Frau die Erfahrung macht, dass die Penetration nicht funktioniert, empfehle ich das auf jeden Fall mit der Frauenärztin zu besprechen.
      Beim „ersten Mal“ und auch bei allen Malen danach lernst Dich selbst als Frau und auch Deinen Partner auf eine ganz besondere Art besser kennen. Das ist echt spannend...Versuchs vor allem mit einer grossen Portion Neugier anzugehen. Dann wirds eine gute Erfahrung.
      Ich hoffe das hilft Dir weiter.
      Liebe Grüsse,
      Barbara Hana Mozerov

    2. Fachperson

      Dr. med. Barbara Hana Mozerov

      vor 2 Jahren

      Lieber Aba
      Hab erst jetzt grad bemerkt, dass Du männlich bist... Egal- die Tipps gelten trotzdem. Kannst Sie ja mit Deiner Freundin besprechen.
      Liebe Grüsse,
      Barbara Hana Mozerov

  5. Olle

    vor 2 Jahren

    Hallo
    Ich habe einen neuen Freund und er hat einen grösseren Penis als der von meinem Ex-Freund. Beim Sex mit meinem Ex-Freund hatte ich nie Schmerzen. Beim Sex mit meinem jetzigen Freund fühle ich einen unangenehmen Schmerz bei gewissen Stellungen. Es ist wie ein stechen oder ziehen. Ich habe gelesen, dass die grösse des Penis nichts ausmacht, weil die Scheide dehnbar ist. Warum tut es mir aber manchmal so weh?

    1. Fachperson

      Dr. med. Barbara Hana Mozerov

      vor 2 Jahren

      Liebe Olle
      Das was Du über die Dehnbarkeit der Vagina gelesen hast, stimmt. Der Penisdurchmesser ist meist nicht der Grund, wenn die Penetration schmerzhaft ist. Die Vagina ist ja so dehnbar, dass da bei einer Geburt ein Kind durchpasst. Du hast nicht geschrieben, ob Du Schmerzen am Ende der Vagina, also in der Tiefe (heisst auf schlau „tiefe Dyspareunie“) hast oder eher oberflächliche Schmerzen am Scheideneingang („oberflächliche Dyspareunie“). Dazu weiter unten mehr Informationen. Die Penislänge kann sehr wohl Deine positionsabhängigen Schmerzen erklären. Dazu möchte ich gerne ein bisschen was zur weiblichen Anatomie erklären. Die Gebärmutter hat ca. die Form einer Birne. Der dünne Teil ist der Gebärmutterhals, der in die Vagina reinragt – so ähnlich wie ein Korken in eine Flasche, nur dass da rund um den Gebärmutterhals die Vagina eine Art Gewölbe oder Kuppel bildet und der Gebärmutterhals nicht Richtung nach gerade unten (also nicht Richtung Scheideneingang), sondern schräg Richtung Scheidenhinterwand schaut. Am besten Du schaust Dir das auf einem Bild im Internet an. Der Gebärmutterhals ist übrigens der Teil der Gebärmutter, von dem die Frauenärztin auch den Krebsabstrich nimmt. Manche Frauen finden es unangenehm oder sogar schmerzhaft, wenn der Penis beim Sex direkt an den Gebärmutterhals anstösst (=eine Form der „tiefen Dyspareunie“). Da der Gebärmutterhals in der Vagina schräg nach hinten schaut, ist es vom Winkel, in dem der Penis in die Vagina eindringt, also von der Position beim Sex abhängig, ob der Penis direkt auf den Gebärmutterhals trifft (dann wärs solchen Frauen unangenehm) oder ins seitliche oder vordere Scheidengewölbe (=nicht schmerzhaft). Es ist von der Penislänge und auch von der Position abhängig, ob der Penis bis an den Gebärmutterhals reicht oder nicht. Du kannst mal versuchen beim Sex in unangenehmen Positionen Dein Becken ein bisschen zu kippen (musst mal alle möglichen Kippungen probieren, zB auch Dein Becken mit einem Polster unter dem Popo/Rücken/Seite/Bauch abstützen...) um so den Eindringwinkel zu verändert und den Penis dann quasi ins Scheidengewölbe umzuleiten, weg vom Gebärmutterhals. Ich vermute, dass das der Grund für Deine positionsabhängigen Schmerzen mit dem neuen Partner ist, die Du bei Deinem Exfreund nicht hattest, da der mit seinem Penis nicht an Deinen Gebärmutterhals rankam. Ein weiterer wichtiger Faktor für Schmerzen beim Sex bei der gesunden Frau ist die fehlende Lubrikation, also das fehlende Feuchtwerden der Vagina bei Erregung. Das ist zB dann der Fall, wenn das Vorspiel nicht ausreichend lang ist/frau nicht gefällt oder auch wenn frau einfach Angst hat. Wenn frau zB. die Erfahrung macht, dass bestimmte Positionen beim Sex wehtun und sie Angst vor den Schmerzen hat, nimmt dann durch die Angst ev. die Erregung ab, wenn es an diese Position geht und sie das ihrem Partner vielleicht nicht so offen erzählt hat. Wenn die Vagina dann zu trocken ist, kanns leicht sein, dass durch die Reibung bei der Penetration dann die ganze Vagina/Vulva wehtut. Noch ein wichtiger Faktor: Angst führt zu einer erhöhten Muskelspannung, also Verkrampfung, eben auch im Beckenboden. Das knöcherne Becken bilden eine Art Ring und der Beckenboden ist die relativ dicke Muskelplatte, die unser Becken nach unten abschliesst, damit die Bauchorgane alle an ihrem Platz bleiben. Ausserdem sind die Schliessmuskeln für Harnröhrenausgang und Darmausgang auch Teil des Beckenbodens. Bei der Frau gibt es drei Öffnungen im Beckenboden: der Harnröhrenausgang (zwischen Klitoris und Vagina), die Vagina und der Enddarmausgang. Die Muskulatur des Beckenbodens liegt rings um den Scheideneingang herum. Wenn Du beim Pieseln den Urinstrahl stoppst, dann machst Du das mit Deinem Beckenboden. Du kannst Deinen Beckenboden vom Scheideneingang aus auch selber tasten, wenn Du ihn auf diese Art anspannst. So bekommst Du einen Eindruck davon, wo der Beckenboden ist. Der Penis geht also bei der Penetration auch durch den Beckenboden der Frau. Wenn eine Frau beim Sex angespannt ist/Angst hat, kann es sein, dass es der Frau dann bei der Penetration gerade auch im Bereich des Scheideneingangs wehtun, also dort , wo der Beckenboden sich dann mehr oder weniger bewusst anspannt. Es gibt verschiedene gynäkologische Erkrankungen (zB Entzündungen, Eierstockzysten etc.), die zu neu auftretenden Schmerzen beim Sex führen können. Ich gehe aber nicht davon aus, dass bei Dir gynäkologisch was nicht stimmt, sondern dass Deine positionsabhängigen Schmerzen mit Deinem neuem Freund mit dessen Penislänge und Deinem empfindlichen Gebärmutterhals zusammenhängen. Vielleicht bist Du auch ein bisschen angespannt, sodass dann die Erregung/Lubrikation und die Beckenbodenanspannung mit eine Rolle spielen. Sprich mit Deinem Freund offen darüber und auch darüber was Du beim Sex magst und was nicht. Gleitmittel kann auch helfen sowie der Trick mit den Pölstern (s. o. ). Du kannst das ganze ja auch mal mit Deiner Gynäkologin besprechen.
      Ich hoffe, das hilft weiter.
      Liebe Grüsse,
      Barbara Hana Mozerov

  6. Moderatorin

    Corinne Rietmann

    vor 2 Jahren

    Gute Frage Sunny, wir kümmern uns ja sonst auch sehr um unsere Körperpflege. Doch wie wird unser Inimbereich richtig gepflegt? Wir sind gespannt auf die fachliche Erklärung von Frau Dr. med. Barbara Hana Mozerov.

  7. Sunny

    vor 2 Jahren

    Hallo meine Freudninnen benutzen ein spezielles Intimwaschmittel. Ich benutze für den ganzen Körper mein normales Duschmittel. Muss man ein Intimwaschmittel benutzen? Ich habe keine Probleme mit meiner Scheide. Es juckt nie oder ich habe auch nicht zu vie Ausfluss oder so.

    1. Fachperson

      Dr. med. Barbara Hana Mozerov

      vor 2 Jahren

      Liebe Sunny
      Deine Frage zum Thema Intimpflege ist wichtig. Ich habe zu dem Thema ja auch schon etwas an Sunny (letzte Anfrage im Chat) geschrieben... Also ich als Gynäkologin sehe das so: Ob eine Frau ein spezielles Intimpflegemittel benutzt oder nicht ist –wie vieles im Leben- Geschmackssache. Ich finde nicht, dass man als Frau ein spezielles Intimpflegemittel benutzen sollte, überhaupt dann nicht, wenn man nie Probleme im Genitalbereich hat. Es gibt da ganz verschiedene Produkte auf dem Markt und es ist sicher nicht falsch eines davon zu benutzen, wenn mans angenehm findet. Prinzipiell wollen die Firmen, die diese Spezial-Intimpflegemittel auf den Markt bringen vor allem eines: Geld machen (sorry an die Firmen, ist aber so...). Wenn eine Frau Probleme im Initimbereich hat, zB immer wieder Scheideninfekte oder Blasenentzündungen, kann sie mal rumprobieren, ob spezielle Intimpflegeprodukte was dran ändern.
      Es gibt viele Produkte, in denen Milchsäure drin ist und das ist sicher gut. Milchsäure wird im normalen, gesunden Scheidenmilieu von den „guten Bakterien“, den Döderlein-Stäbchen produziert. Wie ich es auch schon an Lucky geschrieben habe, brauchen wir Frauen die Milchsäure in der Vagina, damit sich die (weniger erwünschten) Untermieter-Bakterien in der Scheide nicht gut vermehren können, was einem Scheideninfekt vorbeugt. Wichtig fürs gesunde Scheidenmilieu ist nicht so sehr die Wahl des Duschmittels, sondern viel mehr die richtige Genitalhygiene, also nicht mehr als 1x/Tag die Vulva waschen (ist auch voll ok mit normalem Duschgel aussen rum...) und nicht die Vagina ausduschen (s. Antwort an Lucky). Manche Frauen haben immer wieder Scheideninfekte (s. auch Antwort an Lucky), nicht weil Sie sexuell übertragbare Krankheiten haben (das ist ein ganz anderes Kapitel...), sondern weil sie ein Problem mit ihrem Scheidenmilieu haben. Denen empfehle ich zusätzlich nur Baumwollslips zu tragen, weil die Erreger von Scheideninfekten sich besser vermehren können, wenn weniger Luft/Sauerstoff an die Vulva kommt, was der Fall ist wenn man Slips mit Kunstfaseranteil trägt. Der Vorteil der Baumwollslips ist auch, dass man sie mit der Kochwäsche heiss waschen kann, sodass die Erreger im Slip in der Waschmaschine sicher kaputt gehen. Die Kunstfaser-Slips sollte man nicht so heiss waschen, weil die sonst kaputt gehen, die Erreger drin aber nicht... Es gibt abgesehen von den Frauen, die ständig Scheideninfekte oder Blasenentzündungen haben (ist leider Typ-Sache, entweder man neigt dazu oder nicht...), auch Frauen , die über längere Zeit Schmerzen an der Vulva haben und bei denen dann eine Erkrankung der Haut der Vulva festgestellt wird, die nicht durch einen Erreger (Bakterien, Pilze) verursacht wird zB ein Vulvaekzem (kann allergisch bedingt sein) oder ein lichen sclerosus. Diese Hautkrankheiten der Vulva sind aber bei jungen Mädels sehr selten. Bei solchen Frauen kann es dann sinnvoll sein genauer hinzuschauen hinsichtlich Vulvapflege. Da steht dann aber vor allem Vulvapflge mit speziell fettenden Cremes (und ev. auch Cortison-Cremes) im Vordergrund.
      Prinzipiell würde ich jeder Frau, auch den jungen Frauen bei Problemen im Intimbereich empfehlen die Frauenärztin aufzusuchen.
      Du als junges, gesundes Mädel kannst aber ruhig weiter mit Duschgel duschen, auch die Vulva. Ich hoffe, das hilft Dir weiter.
      Alles Liebe, 
Barbara Hana Mozerov

  8. Lucky

    vor 2 Jahren

    Hallo zusammen ich hab mal neh frage ich hab seit fast 4 Wochen Sue20 zuvor hab ich Ca. 1 Jahr Cerazette. Seit ich die Sue nehme richt mein Urin, kann es sein das es vom der Umstellung kommt? Denn ein intim Problem kann es nicht sein da ich mich mit Intimpflegemitel Pflege und mein Freund und ich eine Vernetzung haben und es nicht juckt, Brent oder sonst was.

    1. Fachperson

      Dr. med. Barbara Hana Mozerov

      vor 2 Jahren

      Liebe Lucky
      Du schreibst, dass Dein Urin komisch riecht, seitdem Du die Sue 20 nimmst. Wenn der Urin komisch riecht, kann das ein Zeichen für eine Blasenentzündung sein. Die typischen Symptome einer Blasenentzündung sind ein ständiger Drang zum Pieseln mit dann nur kleinen Urinmengen und Schmerzen beim Pieseln, aber auch auffällig riechender Urin. Es muss nicht immer sein, dass man alle Symptome gleichzeitig hat.
      Prinzipiell haben Frauen, die eine kombinierte Pille (also mit Östrogen- und Gestagen-Anteil drin -so wie die Sue 20) nehmen, ein höheres Risiko für Blasenentzündung als Frauen, die keine Pille nehmen, wahrscheinlich weil die Hormone in der Pille das Milieu in der Vagina/im Harntrakt beeinflussen. Nur damit da kein Missverständnis entsteht: Die Pille selber verursacht keine Blasenentzündung. Blasenentzündungen entstehen durch Bakterien, die meist vom eigenen Damm (der Bereich zwischen Vagina und After) her kommen und die Harnröhre hoch in die Blase gelangen. Deshalb haben viele Frauen auch Blasenentzündungen nach dem Sex, weil da die Bakterien vom Damm quasi in die Harnröhre reingewischt werden. (Deshalb sollen v.a. Frauen, die oft Blasenentzündung haben, immer sofort nach dem Sex pieseln um die Bakterien wieder aus der Harnröhre rauszuspülen). Frauen, die die Pille nehmen, haben ja dann meist auch Sex und der Sex ist ein viel grösserer Risikofaktor für Blasenentzündungen als die Pille selber. So viel zum Thema Pille und Blasenentzündung.

      Die andere Frage ist, ob Du Dir wirklich sicher bist, dass es der Urin ist, der riecht und nicht der Ausfluss aus der Vagina. Wenn Du nur einen komischen Geruch auf dem WC merkst, könnte das ev. auch von einem Scheideninfekt kommen. Wenn es ein bisschen wie Fisch riecht, sind das spezielle Bakterien (Gardnerella vaginalis). In der Scheide gibt es sowas wie eine Bakterien-WG. Die Hauptmieter sind die Döderlein-Bakterien. Das sind die guten Bakterien, die in der Scheide sein sollen und die Milchsäure produzieren und so das Scheidenmilieu sauer halten. Dann gibts noch die Untermieter, wie die Garnerella vaginalis, die das saure Milieu nicht gerne haben und sich deshalb normalerweise nicht gut vermehren können. Wenn das Gleichgewicht nicht stimmt zwischen den Guten und den Untermietern und die Guten zu wenig Säure produzieren, dann kann ein Scheideninfekt auftreten. Beim Gardnerellen-Infekt (bakterielle Vaginose) merkt die Frau nur etwas vermehrten, dünnflüssigen Ausfluss, der eben fischartig riecht. Jucken muss es da nicht unbedingt. Wenn es juckt, dann ist es meistens Pilz. Pilz macht dann aber meist vermehrten weisslichen, bröseligen Ausfluss ohne auffälligen Geruch und wenns schlimm ist, ist auch die Vulva aussen und die Vagina gerötet. Weder die Gardnerellen, noch der Pilz gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten und es braucht deshalb keine Behandlung des Partners. Manchmal kann es aber sein, dass es den Partner auch am Penis juckt. Dann kann er dieselbe Pilzchreme verwenden, die die Frau dann als Behandlung Ihres Pilzinfektes bekommt. Manche Patientinnen erzählen, dass Sie vermehrt Vaginalinfekte unter der Pille bekommen. Es ist sicher so, dass die Hormone der Pille auch auf das Vaginalmilieu wirken. Man kann aber generell nicht sagen, dass die Pille Vaginalinfekte macht. Die richtige Genitalhygiene ist vor allem wichtig, damit das Scheidenmilieu stabil bleibt. 1x tgl die Vulva waschen reicht, weil sonst der pH der Haut gestört wird und man dann erst recht anfällig für Vaginalinfekte wird. Auch die Vagina nach dem Sex ausspülen ist ganz schlecht fürs Vaginalmilieu.
      Ich würde Dir also empfehlen einen Termin bei Deiner Frauenärztin abzumachen, damit Sie abklären kann, ob Du eine Blasenentzündung oder einen Scheideninfekt hast. Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

      Alles Liebe,
      Barbara Hana Mozerov